Glossar
Arbeitsmittel wie Hebezeuge, Gabelstapler, Holzbearbeitungsmaschinen oder Bohrmaschinen sind in vielen Branchen unverzichtbar. Gleichzeitig bringen sie Sicherheitsrisiken mit sich, die durch die Bauart, Wartungshistorie oder Nutzung entstehen können. Deshalb müssen Arbeitsmittel unter PUWER richtig geregelt und verwaltet werden. Dieser Artikel erklärt, wofür die Abkürzung steht, was die Vorschriften abdecken und warum sie für Arbeitgeber und Beschäftigte wichtig sind.

Wichtige Erkenntnisse
- Die Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998 (PUWER) sind Richtlinien im Rahmen des britischen Health and Safety at Work Act 1974.
- PUWER umfasst alle Arten von Arbeitsmitteln und gilt für Arbeitsplätze im Vereinigten Königreich.
- Durch die Einhaltung von PUWER können Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit ihrer Beschäftigten unterstützen.
- ToolSense kann Unternehmen helfen, PUWER-Anforderungen umzusetzen und zu dokumentieren.
Was sind die PUWER-Vorschriften?
PUWER steht für Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998. Die Vorschriften beschreiben die Pflicht von Arbeitgebern und Beschäftigten, sicherzustellen, dass Arbeitsmittel jederzeit sicher betrieben werden können. PUWER gilt für britische Unternehmen, die Arbeitsmittel auf ihrem Gelände verwenden. Arbeitsschutz ist dabei nicht nur Aufgabe der Unternehmen, denen die Ausrüstung gehört, sondern auch der Personen, die sie bedienen. PUWER-Regeln sind keine eigenständigen Gesetze, haben aber einen besonderen Status im Rahmen des Health and Safety at Work Act. Arbeitgeber und Beschäftigte können sich an diesen Leitlinien orientieren, um gesetzliche Anforderungen einzuhalten.

Was deckt PUWER ab?
PUWER stellt mehrere Anforderungen an Arbeitsmittel, die am Arbeitsplatz verwendet werden:
- Das Arbeitsmittel ist für den vorgesehenen Zweck geeignet.
- Es wird nur von kompetenten und geschulten Personen verwendet.
- Es ist sicher nutzbar.
- Es wird ordnungsgemäß gewartet und geprüft.
- Es ist korrekt installiert.
- Geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen wie persönliche Schutzausrüstung sind vorhanden.
Welche Ausrüstung fällt unter PUWER?
Arbeitsmittel ist ein breiter Begriff und umfasst Maschinen und Werkzeuge, die am Arbeitsplatz genutzt werden. Je nach Branche können Holzbearbeitungsmaschinen, Bohrmaschinen, Werkzeugkoffer, Hebeausrüstung, Pressen und viele weitere Geräte darunter fallen. Die Nutzung solcher Arbeitsmittel umfasst:
- Installieren
- Starten und Stoppen
- Warten
- Instandhalten
- Reparieren
- Verändern
- Reinigen
- Transportieren

Woher weiß ich, ob PUWER für mich gilt?
PUWER gilt für jedes Unternehmen im Vereinigten Königreich, das Arbeitsmittel nutzt. Beispiele sind:
- Fabriken, Werkstätten und Anlagen
- Büros
- Geschäfte
- Restaurants
- Krankenhäuser
- Pflegeheime
- Schulen und Hochschulen
- Hotels
- Kinos und Theater
- Nachtclubs
- Offshore-Anlagen
- Baustellen
- Gemeinschaftsbereiche gemeinsam genutzter Gebäude
PUWER betrifft nicht nur Unternehmen, denen die Ausrüstung gehört, sondern auch Beschäftigte, die damit arbeiten.
Gesetze und Vorschriften im Zusammenhang mit PUWER
Die PUWER-Regelung von 1998 ist kein eigenständiges Gesetz, sondern ein Leitlinien- und Vorschriftenrahmen unter dem Health and Safety at Work Act 1974 (HSWA). Der HSWA deckt alle Arten von Arbeitsplätzen ab und verpflichtet Arbeitgeber, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen bereitzustellen.
Erste Schritte bei der PUWER-Umsetzung
Bevor ein Unternehmen PUWER erfolgreich umsetzen kann, sollte es eine vollständige Liste aller Assets erstellen und aktuell halten. Das ist ein wichtiger Teil der Risikobewertung und stellt sicher, dass alle Arbeitsmittel bei künftigen Sicherheitsinspektionen berücksichtigt werden.
Asset identifizieren
Erfassen Sie eine kurze Beschreibung jedes Assets, damit klar ist, welche Ausrüstung vorhanden ist und wofür sie genutzt wird.
Eigentümer des Assets
Die Übersicht sollte enthalten, ob das Unternehmen das Asset besitzt, ob es einem Mitarbeitenden gehört oder ob es geleast ist.
Kaufdatum
Bei unternehmenseigenen Assets sollte das Kaufdatum dokumentiert werden.
Standort
Der Standort des Assets hilft, jederzeit zu wissen, wo sich Ausrüstung befindet.
Bediener
Ein Asset sollte nur von Beschäftigten bedient werden, die ausreichend geschult sind. Ob einzelne Personen oder Teams verantwortlich sind, sollte dokumentiert werden.
Herstellergarantie
Informationen zur Herstellergarantie sollten in der Asset-Liste gespeichert werden, damit sie bei Ausfällen oder Defekten verfügbar sind.
Wartungsinformationen
Auch detaillierte Wartungsinformationen sollten enthalten sein, damit Beschäftigte und Wartungstechniker bei Inspektionen oder Reparaturen darauf zugreifen können.
Was ist eine PUWER-Prüfung?
Nach PUWER Regulation 6 müssen Sicherheitsinspektionen an Arbeitsmitteln durchgeführt werden, um Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten. Das kann eine Sichtprüfung oder eine gründliche Prüfung des Assets sein. In beiden Fällen muss die Prüfung durch eine qualifizierte Person erfolgen, und die Aufzeichnungen müssen für spätere Prüfungen verfügbar bleiben.
Arten von PUWER-Prüfungen
Eine Sichtprüfung wird häufiger durchgeführt und ist meist weniger umfangreich als eine gründliche Prüfung. Das Asset oder einzelne Teile werden visuell kontrolliert, um offensichtliche Mängel oder Verschleiß zu erkennen.
Eine gründliche Prüfung umfasst häufig Tests und kontrolliert, ob das Asset voll funktionsfähig und sicher nutzbar ist. Solche Untersuchungen erfolgen seltener, weil sie eingreifender sein können und bei unnötig häufiger Durchführung selbst Belastungen für das Asset erzeugen können.
Prüfaufzeichnungen
Unter PUWER müssen Unternehmen Aufzeichnungen zu Inspektionen, Wartung und Servicehistorien führen. Zusätzlich ist es sinnvoll, Schulungen, Risikobewertungen und Maßnahmenpläne zu dokumentieren. Risikobewertungen müssen bis zur nächsten Bewertung aufbewahrt werden. Prüf- und Testnachweise müssen mindestens bis zur nächsten Prüfung verfügbar sein. Unfall- oder Vorfalldaten müssen häufig mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden.
Wie häufig müssen PUWER-Prüfungen durchgeführt werden?
PUWER Regulation 6 nennt verschiedene Situationen, in denen eine Prüfung erforderlich ist:
- Ein neues Arbeitsmittel wurde installiert und steht vor der ersten Nutzung.
- Schwerer Schaden wird vermutet oder bestätigt.
- Ein Unfall ist passiert.
- Die Maschine wurde verändert.
- Die Art der Nutzung hat sich geändert.
Außerhalb dieser Fälle sind Prüfungen in geeigneten Intervallen erforderlich. Diese hängen vom Gerätetyp, der Einsatzumgebung und der individuellen Risikobewertung ab.
Warum PUWER-Schulungen verpflichtend sind
PUWER verlangt, dass Beschäftigte angemessen geschult werden, um Gesundheits- und Sicherheitsrisiken zu reduzieren. Das gilt für Personen, die Arbeitsmittel nutzen, und für Beschäftigte, die deren Nutzung beaufsichtigen oder verwalten. Mindestens sollten allgemeine Arbeitsschutzschulungen und geeignete Auffrischungen stattfinden. Personen, die Risikobewertungen durchführen oder neue Arbeitsmittel beschaffen, benötigen ebenfalls Schulung.
So können Beschäftigte notwendige Vorsichtsmaßnahmen treffen, Schutzvorrichtungen verwenden und geeignete persönliche Schutzausrüstung tragen. Zusammen mit laufender Wartung helfen diese Anforderungen, Arbeitsunfälle zu vermeiden.
Pflichten von Arbeitgebern und Beschäftigten
PUWER legt Arbeitgebern und Beschäftigten bestimmte Verantwortlichkeiten auf. Arbeitgeber müssen unter anderem sicherstellen:
- Arbeitsmittel bleiben in gutem Zustand.
- Arbeitsmittel sind für den vorgesehenen Zweck geeignet.
- Arbeitsmittel werden unter passenden Bedingungen und für den vorgesehenen Zweck verwendet.
- Arbeitsmittel werden regelmäßig durch kompetente Personen geprüft.
- Beschäftigte erhalten ausreichende Informationen und Schulungen.
- Arbeitsmittel werden entsprechend den Arbeitsbedingungen ausgewählt.
- Geeignete Aufzeichnungen werden geführt.
Beschäftigte müssen mit anderen zusammenarbeiten und angemessene Sorgfalt für sich selbst und andere walten lassen. Für Personen in Management, Technik oder Wartung können zusätzlich spezifischere Pflichten gelten.

PUWER-Risikobewertung
Der Health and Safety at Work Act und PUWER verlangen Risikobewertungen, um mögliche Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen festzulegen. Eine gute Risikobewertung berücksichtigt Menschen, Ausrüstung, Gebäude und Prozesse.
Eine Risikobewertung folgt typischerweise fünf Schritten:
- Gefahren am Arbeitsplatz identifizieren.
- Bestimmen, wer oder was geschädigt werden könnte und wie.
- Wahrscheinlichkeit und Schwere bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen.
- Ergebnisse dokumentieren und Aufzeichnungen speichern.
- Bewertung zum nächsten Termin prüfen und aktualisieren.
Was ist der Unterschied zwischen PUWER und LOLER?
PUWER legt allgemeine Anforderungen für alle Arten von Arbeitsmitteln fest. Die Lifting Operations and Lifting Equipment Regulations 1998 (LOLER) beziehen sich speziell auf Hebeausrüstung und Hebevorgänge. PUWER und LOLER verfolgen beide das Ziel, Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, aber LOLER ist enger auf Hebetechnik spezialisiert.

Einige Sicherheitsstatistiken
Zur Bedeutung von HASWA und PUWER zeigen britische Statistiken aus 2021 und 2022:
- 123 Beschäftigte starben bei arbeitsbedingten Unfällen.
- 565.000 Beschäftigte wurden bei der Arbeit verletzt.
- 1,8 Millionen Beschäftigte litten an arbeitsbedingten Erkrankungen.
- 36,8 Millionen Arbeitstage gingen durch Verletzungen und arbeitsbedingte Erkrankungen verloren.
Fazit

PUWER-Regeln und andere Vorschriften zu Arbeitsmitteln spielen eine wichtige Rolle für die Arbeitssicherheit. Auch wenn sie nicht als eigenständige Gesetze formuliert sind, sollten Unternehmen im Vereinigten Königreich diese Leitlinien sorgfältig umsetzen, um Mitarbeitende beim Arbeiten mit Ausrüstung zu schützen. Bei vielen Assets kann die Umsetzung neuer Regeln und Wartungspflichten schnell komplex werden.
ToolSense, eine moderne Asset-Management-Lösung, unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung von PUWER-Anforderungen. Nach der ersten Risikobewertung und einer vollständigen Asset-Liste können Geräte in die Plattform importiert werden. ToolSense erstellt für jedes Asset einen individuellen Lifecycle-Ordner, in dem Wartungshistorie, Garantieinformationen, Anleitungen und weitere Daten gespeichert werden. Eigene PUWER-Checklisten helfen Technikern, Prüfungen vollständig durchzuführen.
Da ToolSense cloudbasiert ist, können Beschäftigte wichtige Dateien und Informationen auch per Smartphone oder Tablet abrufen. Mit IoT-Lösungen wie Trackern, Sensoren oder QR-Codes lassen sich Laufzeiten, Stillstände und Nutzung erfassen. Arbeitsaufträge können ebenfalls über ToolSense verwaltet werden.
FAQ
Wofür steht PUWER?
PUWER steht für Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998 und ist Teil des britischen Arbeitsschutzrahmens.
Welche Ausrüstung wird durch PUWER geregelt?
PUWER deckt alle Arten von Ausrüstung ab, die am Arbeitsplatz genutzt werden, etwa in Restaurants, Baustellen oder Fabriken. Dazu gehören unternehmenseigene, mitarbeitereigene und geleaste Arbeitsmittel.
Was ist der Unterschied zwischen PUWER und LOLER?
Beide Regelungen betreffen Arbeitsmittel. LOLER konzentriert sich auf Hebevorgänge und Hebeausrüstung, während PUWER allgemeine Anforderungen an Arbeitsmittel setzt.
Was ist Regulation 10 von PUWER?
Regulation 10 verlangt, dass der Arbeitgeber sicherstellt, dass Arbeitsmittel jederzeit wesentliche Anforderungen erfüllen.
Was ist Regulation 5 von PUWER 1998?
Regulation 5 verlangt, dass Arbeitsmittel in effizientem Zustand, funktionsfähig und gut repariert gehalten werden.



