Glossar

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten am Rand eines hohen Gebäudes. Sicher sind Sie nur, wenn der Auffanggurt zuverlässig sitzt und korrekt angeschlagen ist. Solche Gurte fallen im Alltag kaum auf, verhindern aber jeden Tag Stürze aus der Höhe und schützen Leben. Damit sie zuverlässig bleiben, sind regelmäßige Prüfungen und richtige Nutzung entscheidend.

Prüfung von Auffanggurt und Verbindungsmittel: richtig prüfen und tragen

Ein Auffanggurt ist ein wichtiges Element für Beschäftigte in Branchen, in denen sie in der Höhe arbeiten und abstürzen oder das Gleichgewicht verlieren können. Er dient in erster Linie dazu, schwere Verletzungen zu vermeiden, kann aber auch Voraussetzung für Versicherungen sein. Manche Versicherer verlangen entsprechende Nachweise. Ein funktionierender Auffanggurt kann im Unfallfall zur Lebensleine werden. Jeder Defekt kann dagegen zu schweren oder tödlichen Verletzungen führen. Regelmäßige Prüfungen sind deshalb unverzichtbar, und ein Asset-Management-System hilft, Prüffristen nicht zu verpassen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Persönliche Absturzschutzausrüstung sollte regelmäßig geprüft werden, mit einer detaillierten Prüfung mindestens alle 12 Monate.
  • Prüfungen können von kompetenten Personen durchgeführt werden, etwa externen Dienstleistern oder geschulten Beschäftigten.
  • Sicherheitsausrüstung, die eine Prüfung nicht besteht, sollte sofort ausgesondert und ersetzt werden.
Auffanggurt-Prüfung

Was ist ein Auffanggurt?

Ein Auffanggurt ist ein System aus Gurten oder ein Ganzkörpergurt, den eine Person trägt, wenn Absturzgefahr besteht. Der Gurt muss an einem unbeweglichen Anschlagpunkt befestigt werden, der das Gewicht der Person und die Kräfte eines Sturzes aufnehmen kann. Gleichzeitig muss der Gurt stark genug sein, um die zusätzliche Sturzenergie zu verteilen, ohne die tragende Person zu verletzen.

Bestandteile eines Auffangsystems

Ein Auffangsystem besteht aus drei Hauptteilen:

  1. Anschlagpunkt
  2. Verbindungsmittel
  3. Auffanggurt

Was ist ein Verbindungsmittel?

Das Verbindungsmittel verbindet den Auffanggurt mit dem Anschlagpunkt. Es muss das Gewicht der Person tragen und zusätzlich die Kraft eines Sturzes sowie ruckartige Belastungen aufnehmen.

Rückhalte- und Auffang-Verbindungsmittel

Es gibt zwei Grundtypen. Ein Rückhalte-Verbindungsmittel begrenzt die Bewegungsfreiheit so, dass die Person eine Absturzkante nicht erreichen kann. Es ist hilfreich auf Plattformen oder Dächern, wenn die Länge des Verbindungsmittels ein Betreten der Kante verhindert.

Ein Auffang-Verbindungsmittel wird eingesetzt, wenn ein Sturz möglich ist. Es muss stark genug sein, die Sturzkräfte aufzunehmen und die Belastung auf den Körper zu reduzieren. Außerdem soll es den Anschlagpunkt möglichst wenig belasten.

Bedeutung von Auffanggurten

Auffanggurte sind ein zentraler Bestandteil persönlicher Absturzschutzsysteme. Sie halten den Körper im Fall eines Sturzes in einer tragfähigen Position. Verantwortliche sollten sicherstellen, dass alle gefährdeten Personen passende Auffanggurte tragen. Richtig eingesetzt verteilen sie Kräfte über den Körper und reduzieren das Verletzungsrisiko.

Komponenten eines Auffanggurts

Ein Auffanggurt umfasst Schulter-, Bein- und Brustgurte. Häufig sind diese Gurte mit einer Rückenplatte verbunden, an der sich der dorsale D-Ring befindet. Weitere D-Ringe können an den Seiten sitzen. Der Gurt muss eng anliegen, damit die Sturzkräfte kontrolliert verteilt werden. Verstellbare Schnallen und ein Brustverschluss sichern den Sitz. Der dorsale D-Ring wird mit einem Karabiner oder Schnapphaken mit dem Verbindungsmittel verbunden. Häufig enthält das Verbindungsmittel einen Falldämpfer.

In manchen Fällen wird das Verbindungsmittel an einem Anschlagpunkt befestigt. In anderen Fällen wird es an einer Führungsleine oder Lifeline befestigt, wenn sich die Person weiter bewegen muss als die Länge des Verbindungsmittels erlaubt.

Wichtige Begriffe in einer Prüfcheckliste

Gurtband

Die meisten Gurte bestehen aus Gurtband. Es sollte auf Ausfransungen, Schnitte, stark gezogene Stellen, lose Nähte und UV-Schäden geprüft werden.

Schnallen

Schnallen verbinden die Gurte. Sie können aus Kunststoff oder Metall bestehen und müssen auf Verschleiß geprüft werden.

D-Ringe

D-Ringe verbinden Verbindungsmittel und Auffanggurt. Sie müssen ihre Form behalten und frei von Rissen, scharfen Kanten und Rost sein.

Kunststoffschlaufen

Schlaufen halten überschüssige Gurt- oder Seillängen. Sie sollten nicht verformt oder gebrochen sein.

Gurte und Seile

Auffanggurte bestehen meist aus Gurtband. Verbindungsmittel können je nach Einsatz aus Seil oder Gurtband bestehen.

Etikett

Das Etikett enthält wichtige Angaben wie letzte Prüfung, Seriennummer und erwartete Lebensdauer.

Arbeiten in der Höhe

Anforderungen an die Auffanggurt-Prüfung

Alle Komponenten müssen regelmäßig von einer kompetenten Person geprüft werden. Das ist eine vollständig geschulte Person, häufig durch den Hersteller oder einen externen Anbieter autorisiert. Wer Gurte prüft, sollte ausreichend qualifiziert und versichert sein.

Zusätzlich zu formellen Prüfungen ist es gute Praxis, dass alle Nutzer vor der Verwendung Sichtkontrollen durchführen. Solche Vorbenutzungsprüfungen können intern oder durch externe Anbieter organisiert werden.

Auffanggurt-Checkliste

Checkliste für Absturzschutzprüfungen

  1. Etikett prüfen: Seriennummer, letzte formelle Prüfung und Lebensdauer kontrollieren. Ist das Prüfintervall überschritten, darf der Gurt erst nach Prüfung genutzt werden.
  2. Hardware prüfen: Beginnen Sie mit dem hinteren D-Ring. Verformungen, Risse, Rost, Kerben oder Grate sind Warnzeichen. Der Ring sollte frei beweglich sein.
  3. Rest des Gurts prüfen: Rückenplatte, Befestigungen, Schnallen, Versteller und Verbinder auf Schäden, Risse oder Verfärbungen kontrollieren.
  4. Gurtband prüfen: Das Gurtband muss frei von Rissen, Schnitten, Ausfransungen, Abrieb, losen Nähten und deutlicher Verblassung sein.
  5. UV- und Chemikalienschäden prüfen: Brüchigkeit, Farbveränderungen oder harte Stellen können auf Schäden hinweisen.
  6. Fasern kontrollieren: Jede Gurtpartie sollte frei von gebrochenen Fasern und Ausfransungen sein.

Wie trägt man einen Auffanggurt richtig?

Der Auffanggurt ist die letzte Verteidigungslinie bei einem Sturz. Er verbindet die Person mit Verbindungsmittel und Anschlagpunkt. Wenn der Gurt versagt oder falsch getragen wird, ist das gesamte Schutzsystem gefährdet.

  1. Halten Sie den Gurt am D-Ring der Rückenplatte und schütteln Sie ihn aus, damit die Gurte frei fallen.
  2. Öffnen Sie alle Schnallen und lösen Sie die Gurte.
  3. Legen Sie die Schultergurte an und positionieren Sie Rückenplatte und D-Ring mittig am Rücken.
  4. Schließen Sie die Beingurte. Sie sollten so fest sitzen, dass höchstens eine Hand zwischen Bein und Gurt passt.
  5. Schließen Sie den Hüftgurt, falls vorhanden.
  6. Schließen Sie den Brustgurt und richten Sie ihn mittig auf der Brust aus.
  7. Prüfen Sie alle Gurte und nehmen Sie notwendige Anpassungen vor.
  8. Sichern Sie überhängende Gurte mit Schlaufenhaltern.

Der falsche Gurttyp oder falsches Anlegen kann im Sturzfall schwere Verletzungen oder Tod verursachen. Korrektes Tragen ist daher genauso wichtig wie regelmäßige Prüfung.

Anleitung zum richtigen Tragen eines Auffanggurts

Wie oft sollte geprüft werden?

Die Prüffrequenz hängt von der Nutzung ab. Britische Sicherheitsstandards verlangen mindestens alle 12 Monate eine Prüfung, empfehlen bei häufiger Nutzung aber kürzere Intervalle.

Prüfungen können in Vorbenutzungsprüfungen, detaillierte Prüfungen und Zwischenprüfungen eingeteilt werden. Vorbenutzungsprüfungen sollten bei jeder Nutzung stattfinden. Detaillierte Prüfungen durch eine benannte Person sollten alle 6 bis 12 Monate erfolgen, bei starker Nutzung häufiger.

Auffanggurt-Prüfer

Wer darf einen Auffanggurt prüfen?

Arbeitgeber sind verantwortlich dafür, dass Sicherheitsausrüstung in gutem Zustand ist und regelmäßig geprüft wird. Eine detaillierte Prüfung muss durch eine kompetente Person erfolgen. Diese muss nicht zwingend extern sein, sollte aber unabhängig genug entscheiden können, ob ein defekter Gurt ausgesondert werden muss.

Vorbenutzungsprüfungen sollten alle Beschäftigten bei jeder Nutzung durchführen. Zwischenprüfungen können durch benannte Mitarbeitende erfolgen. Checklisten und Leitlinien unterstützen Prüfungen auf allen Ebenen.

Idealerweise werden Nutzer und Verantwortliche in Auswahl, Prüfung und Nutzung von Auffanggurten geschult. Externe Anbieter bieten Kurse und detaillierte Sicherheitsprüfungen an und können gültige Zertifikate ausstellen.

Wie ISS Asset-Prozesse mit ToolSense verbessert hat

Auffanggurt-Prüfungen mit ToolSense

Auffanggurt-Prüfungen mit ToolSense

Um Prüftermine zuverlässig einzuhalten, eignet sich Equipment-Management-Software wie ToolSense. Ohne passende Werkzeuge kosten Sicherheitsinspektionen und Qualitätskontrollen viel Zeit. Flexible Regeln, vorkonfigurierte und eigene Inspektionen sowie Automatisierungen unterstützen einen zuverlässigen Betrieb und senken Kosten.

In der Software für Geräteinspektionen von ToolSense sind verschiedene Sicherheitsprüfungen vorkonfiguriert, zum Beispiel Leiterprüfungen, LOLER-Prüfungen und weitere Kontrollen. Zusätzlich können eigene Inspektionen mit dem Formular-Editor erstellt werden. Die Software unterstützt Berichte zu anstehenden Rezertifizierungen und die Zuweisung von Prüfungen an Techniker.

Wie ToolSense Sicherheitsinspektionen verbessert

FAQ

Müssen Auffanggurte zertifiziert werden?

Ja. Britische Sicherheitsstandards verlangen, dass Absturzschutzsysteme mindestens alle 12 Monate durch eine kompetente Person zertifiziert oder geprüft werden.

Wer darf ein Verbindungsmittel zertifizieren?

Externe Fachunternehmen können Verbindungsmittel und andere Sicherheitsausrüstung prüfen und zertifizieren. Geschulte und zertifizierte Mitarbeitende können diese Prüfungen ebenfalls durchführen, wenn sie ausreichend qualifiziert sind.

Was passiert, wenn die Ausrüstung eine Prüfung nicht besteht?

Ausrüstung, die eine Sicherheitsprüfung nicht besteht, sollte ausgesondert und ersetzt werden.

Wie oft muss Ausrüstung geprüft werden?

Eine gründliche Prüfung sollte mindestens alle 12 Monate stattfinden, bei regelmäßiger Nutzung häufiger. Vorbenutzungsprüfungen sollten bei jeder Verwendung erfolgen.