Glossar

Near-Field Communication, kurz NFC, ist keine neue Erfindung. Lange Zeit kannte man sie hauptsächlich aus dem Nahverkehr, vom Ticketing und von elektronischen Zahlungen. Inzwischen steckt die Technologie an viel mehr Stellen: in Wearables, in der Bezahlfunktion des Smartphones und in der Identifikation von Assets. Im Folgenden geht es darum, was NFC eigentlich ist und wofür sie heute genutzt wird.

NFC-Tag für Near-Field Communication

Wichtige Erkenntnisse

  • Near-Field Communication ist eine drahtlose Kurzstreckentechnologie, über die NFC-fähige Geräte miteinander kommunizieren.
  • Als technische Grundlage dient die Radio-Frequency Identification (RFID).
  • Ihren Anfang nahm NFC bei Zahlungskarten; heute ist sie in vielen Branchen weltweit im Einsatz.

Was ist Near-Field Communication?

Hinter NFC steckt eine Reihe von Standards, über die Smartphones und vergleichbare Geräte eine Funkverbindung aufbauen, sobald man sie berührt oder ganz dicht zusammenhält. Mehr als ein paar Zentimeter sind dafür in der Regel nicht erlaubt.

Solche Geräte lesen Daten voneinander aus oder tauschen Informationen mit Tags und Smart Postern aus. Für die eigentliche Internetverbindung kommt danach oft Bluetooth oder Wi-Fi ins Spiel. Dasselbe Tap-to-read-Prinzip lässt sich übrigens auch nutzen, um Ausrüstung in einer Asset-Management-Lösung zu identifizieren.

Geschichte von NFC

Schon seit Jahrzehnten greifen Händler auf Radio-Frequency Identification (RFID) zurück, um Waren zu identifizieren und im Blick zu behalten. Genau auf dieser Grundlage setzt NFC auf.

2004 schlossen sich Unternehmen wie Nokia, Sony und Philips zum NFC Forum zusammen – einer Non-Profit-Organisation, die Verbreitung und Standardisierung von NFC vorantreiben sollte.

Warum wird NFC genutzt?

Zwei elektronische Geräte – in der Regel ein Smartphone und ein Gegenstück – tauschen Daten drahtlos aus, sobald sie sich auf etwa 4 cm nähern.

Das funktioniert für Kontaktinformationen, URLs, sichere Transaktionen, mobile Zahlungen oder das Teilen digitaler Inhalte, ebenso fürs Koppeln zweier Geräte per Berührung. Die geringe Reichweite ist dabei kein Nachteil, sondern in vielen Fällen genau der Punkt: Ohne unmittelbare Nähe passiert nichts.

Welche Geräte unterstützen NFC?

Smartphones, Tablets, Smartwatches und Smartcards beherrschen NFC heute durchgängig. Seit 2004 ist die Technik immer reifer geworden und macht das Teilen von Daten, Dateien und Berechtigungen einfacher.

Übertragen wird per Tippen oder kurzem Annähern – egal ob es um Kontaktinformationen, Textnachrichten, Medien, Zahlungsdaten oder Verbindungsinformationen geht.

Beispiele für Near-Field Communication

NFC begegnet uns im Alltag öfter, als man denkt. Ein Smartphone kann ein NFC-Gerät sein, genauso eine Karte, ein Tag oder ein separates Lesegerät. Tags wiederum lassen sich an Objekte kleben, die man mit einem Tipp identifizieren oder freischalten möchte.

Die Funkfrequenzen ähneln denen von RFID, und über sie verbinden sich Smartphones, Tablets, Kreditkarten und andere Geräte miteinander – um Kontaktdaten zu teilen, zu bezahlen oder Informationen abzurufen.

Kontaktloses Einkaufen ist dafür ein gutes Beispiel. In manchen Geschäften checkt man mit dem Smartphone ein, nimmt sich die Ware aus dem Regal und geht wieder. Erkennt das System, welche Artikel entnommen wurden, bucht es den Betrag automatisch vom Konto ab.

NFC am Smartphone

Wie wird NFC in Banken eingesetzt?

Für Banken ist NFC vor allem deshalb interessant, weil sich Waren und Dienstleistungen damit bequem bezahlen lassen. Dieselbe Technik trägt auch die Authentifizierung – etwa beim Zahlen per Smartphone oder beim Zugang zu gesicherten Bereichen.

Der Gewinn liegt auf der Hand: schnellere, sicherere Transaktionen. Die IT-Abteilung muss die Einführung allerdings sorgfältig vorbereiten.

Wie wird NFC im Gesundheitswesen genutzt?

Im Gesundheitswesen kann NFC die Patientenversorgung spürbar verbessern. Sie sorgt für einen sicheren Datenaustausch zwischen medizinischen Geräten oder zwischen einem Gerät und dem Mobilgerät einer Fachkraft.

NFC-fähige Geräte erfassen über Tags etwa Vitalwerte, Medikamente oder Allergien. Von dort wandern die Daten in zentrale Systeme, wo sie ausgewertet werden.

Wie wird NFC in der Luftfahrt genutzt?

Japan war eines der ersten Länder, das NFC in der Luftfahrt einführte. Boarding und Dokumentenprüfung lassen sich damit beschleunigen – schon in frühen Anwendungen sank die Zeit für die Kontrolle der Reisedokumente deutlich.

Die ToolSense IoT-Hardware verbindet physische Assets mit moderner Software und macht deren Leistungsdaten besser nutzbar.

Wie wird NFC in Hospitality, Reisen und Freizeit genutzt?

Hotels, Reiseanbieter und Freizeitmarken setzen NFC ein, um Kunden digitale Erlebnisse zu bieten. Beim Check-in und Check-out – ob im Hotel, im Flugzeug, im Kino oder im Park – vereinfacht die Technik den Kontakt zwischen Gast und Marke.

Was ist ein NFC-Chip?

Der NFC-Chip ist das kleine elektronische Bauteil, das in Smartphones und anderen Geräten die Kurzstreckenkommunikation überhaupt erst möglich macht. Ausgetauscht werden Daten, sobald man die Geräte aneinanderhält oder dicht zusammenbringt.

Beim Bezahlen geschieht das per Berührung oder Annäherung. Genauso lassen sich damit Android-Inhalte teilen oder Geräte steuern.

Was ist ein NFC-Tag?

Mit NFC-Tags lassen sich ganz unterschiedliche datenbezogene Aktionen auslösen. Im Laden kann ein Tag etwa Informationen zu einzelnen Artikeln tragen. Welche Anwendungen ein Tag unterstützt, hängt dabei von seinem Typ ab – jeder erfüllt seine eigene Funktion.

Im Kern ist ein NFC-Tag ein Smart Label, das jedes NFC-fähige Smartphone auslesen kann. Es steckt voller Technik auf engstem Raum: Chip und Antenne, Speicher für Text oder URLs, dazu die Fähigkeit, mit Apps und Geräten zu interagieren. Tippt man ein Telefon auf ein anderes, um eine Bluetooth-Verbindung zu starten, ist das ein typischer Fall.

Fünf Typen von NFC-Tags

Typ 1

Einfache Tags für mobile Zahlungen und kleine Datenspeicherung. Häufig für Read-only-Anwendungen und Bluetooth-Verbindungen genutzt.

Typ 2

Schneller als Typ 1 und geeignet für Tickets, ÖPNV-Karten, kleine Transaktionen und URL-Weiterleitungen.

Typ 3

Kann Daten speichern und an NFC-Geräte übertragen, etwa in Handel, ÖPNV, elektronischen Ausweisen und Gesundheitsgeräten.

Typ 4

Bietet hohe Vielseitigkeit und Speicheroptionen. Sicherheitsfunktionen machen ihn für Authentifizierung interessant.

Typ 5

Unterstützt ISO 15693 und kann für Bibliotheken, Ticketing und medizinische Verpackungen genutzt werden.

Sicherheitsrisiken von NFC

So praktisch NFC ist, ganz ohne Risiken kommt sie nicht aus. Fehlen die richtigen Schutzmechanismen, lassen sich Daten oder Transaktionsdetails angreifen. Hinzu kommt eine zweite Gefahr: Gefälschte NFC-Apps geben sich als echte Anwendungen aus und versuchen, Nutzern Informationen zu entlocken.

Vorteile von NFC

  • NFC ermöglicht einfache und schnelle kontaktlose Datenübertragung.
  • Menschen können Zahlungen und Zugänge mit wenig Aufwand nutzen.
  • Systeme sind relativ einfach einzurichten und zu erweitern.
  • NFC ist in vielen Branchen einsetzbar.
  • Kontakte und digitale Visitenkarten lassen sich mit einem Tipp teilen.

NFC hat das Zeug, Geschäftsprozesse, Zahlungen und Einkaufserlebnisse umzukrempeln. Technisch ist sie eng mit RFID verwandt, punktet aber bei Interaktion und Bedienkomfort.

Apple Pay und Google Wallet etwa wären ohne NFC nicht denkbar. Schließt man die verbleibenden Sicherheitslücken weiter, werden vermutlich noch mehr Unternehmen einsteigen.

Fazit

Wie wir bezahlen und auf kurze Distanz interagieren, hat NFC merklich verändert. Und je mehr Smartphones im Umlauf sind, desto stärker wächst auch die Nachfrage nach Diensten, die auf NFC setzen.

FAQ

Braucht man Wi-Fi für NFC?

Nein. NFC ist eine drahtlose Datenübertragung über kurze Distanz und benötigt keine Internetverbindung.

Hat mein Smartphone NFC?

Ein Blick in die Verbindungsoptionen der Smartphone-Einstellungen genügt. Unterstützt das Gerät die Technik, taucht NFC dort auf.

Sollte NFC an oder aus sein?

Nutzen lässt sich NFC nur im eingeschalteten Zustand. Brauchen Sie es gerade nicht, schalten Sie es ruhig aus – das schont den Akku und nimmt möglichen Sicherheitsrisiken die Grundlage.

Ist NFC sicher?

Als sicherer als viele klassische Kartenprozesse gelten NFC-Transaktionen durchaus – vor allem dann, wenn Tokenisierung und Verschlüsselung im Spiel sind. Trotzdem bleibt es wichtig, nur vertrauenswürdige Apps und sichere Geräte zu verwenden.