Technologie

Pandemie und geopolitische Verwerfungen haben die Lieferketten durcheinandergebracht und viele Unternehmen gezwungen, ihr Inventarmanagement von Grund auf zu überdenken. Quer durch die Branchen entstehen ausgefeiltere Methoden, um Bestände, Assets und Materialflüsse im Griff zu behalten. Wir haben die 14 Trends zusammengestellt, die Sie dabei auf dem Schirm haben sollten.

Illustration einer Frau mit Checkliste vor vielen Paketen

Key Takeaways

  • Inventarmanagement wird verteilter, aber gleichzeitig stärker vernetzt.
  • Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und cloudbasierte Software prägen moderne Systeme.
  • Der Trend geht zu schnelleren, kosteneffizienteren und zuverlässigeren Lieferketten.

Was ist Inventarmanagement?

Inventarmanagement umfasst alles, was ein Unternehmen tut, um jederzeit genug Waren, Verbrauchsmaterialien oder betrieblich notwendige Assets vorrätig zu haben.

Wer das gut beherrscht, verzahnt mehrere Prozesse miteinander: Lagerstand, Standort, Preise, Logistik und die vielen Einflüsse entlang der Lieferkette. Das kostet Zeit und betrifft zahlreiche Beteiligte, gerade in der Produktion und in größeren Organisationen.

Warum sind Inventarmodelle wichtig?

Inventarmodelle helfen dabei, den effizientesten Weg zu finden, die nötigen Bestände abzusichern. Ein Modell, das auf jede Situation passt, gibt es nicht. Aber sie erleichtern die Wahl und Feinjustierung der jeweils passenden Methode.

Just in Time (JIT)

Nützlich, um Lagerkosten zu reduzieren, aber anfällig für Lieferkettenstörungen und Preisschwankungen.

Days Sales of Inventory (DSI)Hilfreich für verderbliche Waren und begrenzte Lagerflächen.
Materials Requirement Planning (MRP)Geeignet für die Beschaffung von Produktionsmaterial über komplexe Lieferketten.
Centralized Inventory Model (CIM)Kontrolliert Bestände und Warenbewegungen, um Schwund zu reduzieren.
Economic Order Quantity (EOQ)Minimiert Bestell-, Fehlbestands- und Lagerkosten.
Economic Production Quantity (EPQ)Hilft bei Kosten- und Schwundmanagement in Produktion und Fertigung.

Mit dem technologischen Fortschritt setzen sich immer häufiger hybride Modelle durch, die mehrere dieser Methoden vereinen.

Inventarmanager

1. Cloud-Technologie für hybrides Arbeiten

Die Cloud macht das Inventarmanagement spürbar effizienter. Unternehmen müssen weniger eigene IT-Infrastruktur betreuen, und Daten zu Beständen, Einkäufen und Standorten lassen sich über Lager, Filialen und Lieferketten hinweg synchron halten. Eine Inventarmanagement-App erleichtert dabei die Zusammenarbeit zwischen Standorten und mobilen Teams. Moderne Inventarsoftware läuft heute fast durchgängig in der Cloud.

2. Internet of Things für vollständige Vernetzung

Das Internet of Things hängt Geräte, Scanner, Ladezonen, Maschinen und sogar einzelne Waren an lokale Netzwerke an. So erfassen Unternehmen Bestandsdaten automatisch und spielen sie direkt an andere Systeme weiter.

3. Künstliche Intelligenz und Machine Learning

KI und Machine Learning machen Systeme nach und nach besser, indem sie Warenbewegungen, Bestände und Schwachstellen auswerten. Sie erkennen zum Beispiel, dass eine bestimmte Verpackung auffällig oft zu Transportschäden führt. Und je mehr IoT-Daten einfließen, desto treffsicherer werden diese Analysen.

4. Datenanalyse für Predictive Picking

Wer große Datenmengen auswertet, kann die Kommissionierung gezielt optimieren. Produkte, die oft zusammen gekauft werden, lagern dann näher beieinander. Manchmal lässt sich eine Bestellung sogar vorbereiten, bevor sie überhaupt vollständig ausgelöst ist.

5. Lagerautomatisierung zur Reduktion von Arbeitsaufwand

Je mehr im Lager automatisiert läuft, desto weniger Handarbeit bleibt übrig. Fortschritte in KI, Machine Learning und Robotik eröffnen dabei immer neue Möglichkeiten, und steigende Lohnkosten machen die Automatisierung wirtschaftlich umso attraktiver.

6. AGVs und AMRs für bessere Automatisierung

Automated Guided Vehicles und autonome mobile Roboter bilden das Rückgrat automatisierter Lager. AGVs sind seit Jahrzehnten im Einsatz, AMRs dagegen navigieren flexibler und übernehmen ein breiteres Aufgabenspektrum.

7. Multi-Warehousing für Distribution

Verteiltes Inventarmanagement setzt auf mehrere Lager- oder Distributionsstandorte. Das verkürzt Lieferzeiten, spart Transportwege und macht die Lieferkette widerstandsfähiger. Entscheidend ist hier die Cloud: Erst sie sorgt dafür, dass die Bestände über alle Standorte hinweg sichtbar bleiben.

Inventarmanagement-Technologie

8. Third-Party Logistics

Viele dieser Methoden setzen spezialisierte Software, Ausrüstung und durchdachte Lagerlayouts voraus. Für kleine und mittlere Unternehmen lohnt sich oft ein 3PL-Anbieter: Er stellt die Infrastruktur, und die eigenen Investitionen fallen entsprechend geringer aus.

9. Intelligente Bestandsprognosen

KI und Datenanalyse führen zu klügeren Einkaufsentscheidungen. Smart Forecasting hilft, die Bestände schlanker zu halten, weil sich Nachfrage und veränderte Rahmenbedingungen genauer vorhersagen lassen.

10. Personalisierung

Personalisierung greift auf Kundendaten zurück, um Produktempfehlungen auszuspielen und teils sogar Bestellprozesse vorzubereiten. So lassen sich Nachfrage und Bestand enger aufeinander abstimmen.

11. Sicherheitsbestand

Sicherheitsbestand federt Schwankungen in Produktion und Nachfrage ab. Fällt eine Maschine aus, reißt eine Lieferkette oder schnellt die Nachfrage in die Höhe, hält der Buffer Stock Verkauf und Auslieferung am Laufen.

Inventarmanagement-System

12. Nachhaltige und resiliente Lieferketten

Cloud, KI und IoT verbessern die Kommunikation über das gesamte Inventarnetzwerk hinweg. Dezentrale Modelle wie Multi-Warehousing verringern die Abhängigkeit von einzelnen Regionen und machen das Ganze widerstandsfähiger.

13. Omnichannel-Kundenservice

Kunden wollen wissen, wo ihre Bestellung gerade steht, und bei Verzögerungen rechtzeitig Bescheid bekommen. Omnichannel-Kundenservice verknüpft den bevorzugten Kanal des Kunden mit aktuellen Daten aus Lieferkette, Lager und Distribution.

14. Investition in Inventarmanager

All diese Trends krempeln bestehende Prozesse gehörig um. Unternehmen investieren deshalb in Schulungen, Zertifizierungen, Seminare und Training-on-the-job, damit ihre Inventarmanager die neuen Technologien und Methoden auch wirklich beherrschen.

Asset- und Inventarmanagement mit ToolSense verbessern

ToolSense ist eine markenunabhängige Asset- und Inventarmanagement-Software, die viele dieser Trends abdeckt. Sie reduziert Stillstände, senkt Wartungs- und Ersatzkosten, spart Arbeitszeit und beschleunigt die Auftragsabwicklung. Für modernes Inventarmanagement bündelt sie IoT-Daten, QR-Codes, Reports und einiges mehr.

FAQ

Im Vordergrund stehen Cloud Computing, KI, Machine Learning, IoT, Datenanalyse, Multi-Warehousing und Sicherheitsbestände. Gemeinsam helfen sie, Störungen in der Lieferkette besser abzufangen.

Welche vier Arten von Inventar gibt es?

Rohmaterialien, unfertige Erzeugnisse, Fertigwaren sowie MRO-Bestände für Wartung, Reparatur und Betrieb.

Welche drei wichtigen Methoden gibt es?

Am weitesten verbreitet sind Just-in-Time, Economic Order Quantity und Materials Requirement Planning.

Wie sieht die Zukunft des Inventarmanagements aus?

Es wird automatisierter, schneller, stärker vernetzt und vor allem datengetriebener.