Gerätemanagement
Sobald ein Unternehmen viele Maschinen, Fahrzeuge oder Werkzeuge betreibt, stößt die simple Excel-Liste an ihre Grenzen. Wie viele Assets gibt es überhaupt? Wo stehen sie gerade? Und welche davon verursachen die meisten Ausfälle und Reparaturkosten? Eine durchdachte Asset-Management-Strategie liefert auf diese Fragen verlässliche Antworten und macht Entscheidungen planbar.
Wichtigste Erkenntnisse
- Eine Asset-Management-Strategie beschreibt den strategischen Umgang mit den Assets eines Unternehmens.
- Ziel ist, Produktivität und Profitabilität zu steigern, indem Ausfälle, Reparaturkosten und unnötige Investitionen reduziert werden.
- Die Strategie sollte zu Asset-Typen, Risiken, Zielen und operativen Anforderungen passen.
- Digitale Asset-Management-Software hilft, wichtige Daten und Prozesse zentral zu verwalten.

Was ist eine Asset-Management-Strategie?
Assets sind Ressourcen mit wirtschaftlichem Wert. Manche sind materiell, etwa Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen oder Werkzeuge, andere immateriell, etwa Lizenzen, Patente oder Software. Asset Management begleitet diese Ressourcen über den gesamten Lebenszyklus: von der Planung und Beschaffung über Betrieb, Wartung und Tracking bis zur Ausmusterung.
Eine Asset-Management-Strategie legt fest, wie diese Assets eingesetzt, priorisiert, gewartet und bewertet werden, damit sie die Unternehmensziele bestmöglich unterstützen.
Was ist Strategic Asset Management?
Strategic Asset Management, oft als SAMP abgekürzt, ist der langfristige Rahmen für den Umgang mit Assets. Es blickt über das laufende Budget und die nächste akute Reparatur hinaus und verbindet die Asset-Ziele mit den Geschäftsplänen der kommenden Jahre.
Der Entwicklungsprozess
Kritische Assets bestimmen
Welche Assets hätten bei einem Ausfall den größten Einfluss auf Sicherheit, Produktivität, Umsatz oder Kundenzufriedenheit? Nicht jedes Gerät wiegt gleich schwer. Ein klares Bewertungssystem sorgt dafür, dass nicht am Ende alles gleichermaßen oben auf der Liste steht.
Assets priorisieren
Steht die Kritikalitätsbewertung, lassen sich die Assets nach Risiko, Nutzung, Ausfallhistorie, Wartungskosten und Bedeutung für den Prozess ordnen. So fließen Budget und Personal dorthin, wo sie am meisten bewirken.
Asset-Management-Plan entwickeln
Der Plan sollte Ziele, priorisierte Assets, benötigte Ressourcen, Verantwortlichkeiten, Prozesse und Messgrößen enthalten. Typische Ziele sind weniger Downtime, höhere Produktivität, bessere Compliance oder niedrigere Reparaturkosten.
Unterstützung im Team sichern
Asset Management gelingt nur im Team. Bediener, Techniker, Vorarbeiter, Facility Manager und Geschäftsleitung müssen nachvollziehen, warum die Strategie zählt und was sie konkret im Tagesgeschäft bedeutet.
Daten auswerten
Wichtige Daten sind Laufzeit, Downtime, Standort, Reparaturanfragen, Arbeitsaufträge, Wartungskosten und Ersatzteile. Schon vorhandene Daten zeigen, wo die größten Probleme liegen.
Wartungsstrategie überprüfen
Viele Betriebe arbeiten reaktiv, ohne es so zu nennen: Repariert wird erst, wenn etwas kaputtgeht. Eine gute Strategie stellt deshalb die Frage, ob präventive oder prädiktive Wartung für die kritischen Assets nicht der bessere Weg wäre.

Die richtigen Personen einbinden
Techniker und Bediener kennen Maschinen oft am besten. Bei großen Organisationen kann ein dedizierter Asset Manager helfen, Standards, Datenqualität und Umsetzung zu steuern.
Ergebnisse kommunizieren
Eine neue Strategie zeigt selten von heute auf morgen Wirkung. Umso wichtiger ist, dass die Teams wissen, welche Kennzahlen verfolgt werden, wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist und welche Anpassungen anstehen.

ISO 55000 als Orientierung
ISO 55000 versteht Asset Management als systematischen Ansatz, der Unternehmensziele in konkrete Asset-Management-Ziele übersetzt. In der Praxis verschiebt sich damit der Fokus: Nicht mehr nur die Frage, welche Assets verwaltet werden, steht im Vordergrund, sondern wie Entscheidungen getroffen, dokumentiert und Schritt für Schritt verbessert werden.

Vorteile einer Asset-Management-Strategie
- Produktivität und Profitabilität steigern, weil Engpässe sichtbar werden.
- Kundenzufriedenheit verbessern, weil Prozesse stabiler laufen.
- Reparaturkosten senken, da präventive Wartung Ausfälle reduziert.
- Planung erleichtern, weil Asset-Lebenszyklen, Ersatzbedarf und Budgets besser sichtbar sind.
Rolle von EAM- und CMMS-Software
Ein Asset-Management-System, ob EAM oder CMMS, gibt der Strategie ein gemeinsames Datenfundament. ToolSense importiert Assets, erfasst Laufzeiten, Ausfälle, Reparaturen, GPS-Daten und Arbeitsaufträge und bereitet das Ganze in Auswertungen auf.
ToolSense kombiniert Asset Management, Wartungsmanagement und Arbeitsaufträge in einer cloudbasierten Plattform. Dokumente, Fotos, Videos, Rechnungen, Checklisten und Garantien bleiben im Lebenszyklusordner des Assets.
Praxisbeispiele aus dem Facility Management
In Kundengesprächen zeigt sich immer wieder, dass eine Asset-Management-Strategie nicht mit einem abstrakten Framework beginnt, sondern mit verlässlichen Daten aus dem Betrieb. Breer Gebäudedienste ersetzte eine kaum gepflegte Excel-Liste durch eine zentrale Datenbasis und konnte dadurch erstmals mobil prüfen, wo welche Maschine steht. Für die Strategie war das entscheidend: Erst wenn Standort, Prüfstatus und Verantwortlichkeit stimmen, lassen sich Wartung, Ersatzinvestitionen und Auslastung sinnvoll priorisieren.
Bei ISS Austria lag bereits eine zentrale Asset-Datenbank mit rund 6.500 Reinigungsmaschinen vor. Der nächste strategische Schritt war jedoch, Telemetrie, GPS, Low-Power-Sensoren und Bluetooth-Tags einzubinden und auch günstigere Assets in großer Stückzahl zu verfolgen. Das Beispiel zeigt: Reife Asset-Strategien entwickeln sich von der Bestandsliste zur operativen Entscheidungsgrundlage.
Auch die 2M-Gruppe macht den wirtschaftlichen Nutzen greifbar. Dort geht es nicht nur darum, Geräte zu finden, sondern Alter, Zustand, DGUV-V3-Prüfung, Standort und Reparaturhistorie in das Controlling einzubeziehen. Solche Daten helfen zu entscheiden, ob ein Gerät repariert, ersetzt, umverteilt oder ausgemustert werden sollte.
Wie ToolSense Asset Management verbessert
Fazit
Strategisches Asset Management macht Equipment über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlicher und zuverlässiger. Der anfängliche Aufwand für Daten, Prozesse und Schulungen zahlt sich aus, sobald Downtime, Reparaturen und Fehlkäufe spürbar zurückgehen.
FAQ
Was ist eine Asset-Management-Strategie?
Sie beschreibt den strategischen Ansatz eines Unternehmens für Beschaffung, Betrieb, Wartung, Tracking und Ausmusterung von Assets.
Was ist Strategic Asset Management?
Es ist die langfristige Planung und Steuerung von Assets im Einklang mit Unternehmenszielen.
Was ist eine Asset-Management-Policy?
Eine dokumentierte Richtlinie, die Grundsätze, Rollen und Ziele des Asset Managements festlegt.
Wie verbessert man Asset Management?
Durch klare Verantwortlichkeiten, bessere Daten, Priorisierung kritischer Assets, passende Wartungsstrategien und digitale Software.


